EEG 2016

Mit der Novelle des Erneuerbare Energie Gesetz im Jahr 2012 sind entscheidende Änderungen in Kraft getreten.  Zum Einen wurde eine monatliche Degression eingeführt. Fortan werden also die Vergütungssätze jeden Monat um einen variablen Prozentsatz gekürzt. Desweiteren sind mit der neuen Anwendungsregel VDE-AR-N 4105 neue technische Regeln für Anlagen am Niederspannungsnetz nun bindend.

 

Im EEG 2012 wird ein Gesamtausbauziel für die geförderte Photovoltaik in Deutschland in Höhe von 52 GW verankert. Der jährliche Zubaukorridor, also das jährliche Zubauziel der Bundesregierung, beträgt 2.400 - 2.600 MW (festgelegt im § 31 Abs.1 EEG). Ist das Gesamtausbauziel erreicht, erhalten neue Anlagen keine Vergütung mehr. Der Gesamtbestand an Photovoltaikanlagen im Januar 2015 lag bei ca. 38,36 GW. Es werden also noch knapp 14 GW Zubau EEG gefördert.

 

Das Wichtigste zum aktuellen EEG und der VDE-AR-N 4105 Richtlinie in Kürze:

1. Monatliche Basisdegression: 

Die Degression bemisst sich an dem Zubau der letzten 12 Monate und wird einmal im Quartal neu festgelegt. Liegt der Zubau unter dem Zielwert der Bundesregierung, wird die Vergütung nur sehr leicht gesenkt bis hin zu einem Vergütungsanstieg - je nach Höhe der Differenz zwischen Zubauziel und tatsächlichem Zubau. Liegt er darüber, sinkt die Vergütung.

Mit Stand März 2015 liegt der tatsächliche Zubau der vergangenen 12 Monaten unter 2 MW und damit unter den Zielen der Regierung. Sollte der Zubau nicht wieder deutlich anziehen, sind somit weiterhin konstante oder gar leicht steigenden Vergütungssätze in den nächsten Quartalen zu erwarten.

2. Bereitstellung von Blindleistung ("cos Phi"): 

Ab sofort müssen Solarwechselrichter Blindleistung bereitstellen: 5% für Kleinanlagen, 10% für sonstige PV Anlagen. Folge: Wechselrichter müssen fortan etwas größer dimensioniert werden um die zusätzliche Blindleistung bereitzustellen. Die Bereitstellung der Blindleistung dient der Netzstabilisierung (Netzspannung) und ermöglicht, dass mehr Anlagen an das Netz angeschlossen werden können. 

Die Blindleistung bzw. Reduzierung der Wirkleistung wird auch über den Verschiebungswinkel cos Phi ausgedrückt. Cos Phi 0,95 bedeutet, dass 95% Wirk- und 5% Blindleistung vom Wechselrichter gestellt wird.

3. Externer Netz- und Anlagenschutz:

("NA Schutz") für Anlagen größer 30KWp. Für PV Anlagen unter 30kWP reicht der wechselrichtereigene NA-Schutz.

4. Einbeziehung der PV Anlagen in das Einspeisemanagement (EinsMan): 

Für Kleinanlagen freiwillig. Jedoch muss bei einer Nichtteilnahme die Leistung am Netzverknüpfungspunkt auf 70% der Anlagennennleístung begrenzt werden. Bei einer Teilnahme am Einspeisemanagement muss ein Rundsteuerempfänger ("RSE") vom Energieversorger gemietet oder gekauft werden. Die Kosten des Rundsteuerempfängers liegen bei ca. 400,- EUR, je nach Netzbetreiber auch günstiger oder teurer. Über das Rundsteuergerät kann der Netzbetreiber bei Netzüberlastung über ein Langwellen Tonsignal Photovoltaikanlagen drosseln oder auch ganz abschalten.

Weitere Informationen zu der 70%-Regelung und Einspeisemanagement finden Sie auch in unserer Rubrik 70% vs EinsMan.


70% vs. 100% EinsMan - Entscheidungshilfe

Mit der Einführung des neuen EEG im Jahr 2012 müssen fortan Solarstromanlagen in das Einspeisemanagement einbezogen werden. Das bedeutet, dass der Netzbetreiber im Falle einer Netzüberlastung PV-Anlagen über ein Rundsteuerempfänger gezielt per Fernsignal in der Leistung drosseln kann. In dem Zusammenhang wird von Einspeisemanagenment, kurz "EinMan" gesprochen.

Es gilt jedoch: 

Die Teilnahme für Kleinanlagen unter 30kWp am Einspeisemanagment ist freiwillig! Allerdings muss bei einer Nichtteilnahme die Leistung am Netzverknüpfungspunkt auf 70% der Anlagennennleístung begrenzt werden. Dieses wird kurz als "70%-Regelung" bezeichnet. Für die Umsetzung der 70% Regelung gibt es nun wiederum zwei Optionen, auf die wir weiter unten eingehen.

Im Nachfolgenden geben wir Ihnen eine Entscheidungshilfe zwischen "EinsMan" und der "70%-Regelung". Beide Varianten weisen jeweilige Vor- und Nachteile auf. Die wirtschaftlichste Entscheidung richtet sich nach der Größe und Ausrichtung Ihrer  Photovoltaikanlage.

 

 


Die Regelungen in der Zusammenfassung:

I. Einspeisemanagement "EinsMan":

Ihre PV-Anlage darf die volle Leistung einspeisen. Im Falle einer Netzüberlastung wird Ihre Anlage vom Netzbetreiber per Fernsignal gedrosselt oder auch vorübergehend ganz abgeschaltet. Zur Fernreglung müssen Sie zwingend einen sogenannten Rundsteuerempfänger (RSE) vom Netzbetreiber kaufen oder mieten.

II. Die 70%-Regelung

Bei der 70%-Regelung muss die Einspeiseleistung auf 70% der Nennleistung Ihrer Solarmodule begrenzt werden. 

Beispiel: 

Sie haben Solarmodule mit 10kW Gesamt-Nennleistung installiert. Bei der 70%-Regelung dürfen dann jedoch nur 7kW als Spitzenlast am Netzverknüpfungspunkt eingespeist werden. An guten, sonnigen Tagen wird also die Leistung begrenzt, eben auf die besagten 70%. Da jedoch in Deutschland die Anzahl der sonnigen Somertage nicht allzuhäufig vorkommen, laufen Solaranlagen einen Großteil des Jahres eh nur unter Teillast. Aus dem Grund ist der Etragsverlust bei der 70%-Regelung überschaubar. Bei einem Süddach sind es gerade mal ca. 5% Verlust im Jahr. Bei einem Ost- oder Westdach entsprechend weniger. Bei einer gleichzeitigen Belegung des West- und Ostdaches haben Sie sogar überhaupt keinen Verlust, da sich bei dieser Konstellation der Ertrag gleichmäßig über den Tag verteilt.

Vergütung für Strom, 
der in das öffentliche Netz 
eingespeist wird (Einspeisevergütung) 

 

Angaben in €-Cent

 

bis 10 kWp

 

bis 40 kWp 

 

 

ab 40 kWp 

 

ab 1 MWp bis max. 10MWp

 

sowie Freiflächenanlagen

 

Monatliche Basisdegression von Februar bis April 2013: 2.2%. Daraus ergibt sich:
 Ab 01. Februar 2013 16,64 15,79 14,08 11,52
Ab 01. März 2013 16,28 15,44 13,77 11,27
Ab 01. April 2013 15,92 15,10 13,47 11,02
Monatliche Basisdegression von Mai bis Juli 2013: 1.8%. Daraus ergibt sich:
Ab 01. Mai 2013 15,63 14,83 13,23 10,82
Ab 01. Juni 2013 15,35 14,56 12,99 10,63
Ab 01. Juli 2013 15,07 14,30 12,75 10,44
Monatliche Basisdegression von August bis Oktober 2013: 1.8%. Daraus ergibt sich:
Ab 01. August 2013 14,80 14,04 12,52 10,24
Ab 01. September 2013 14,54 13,79 12,30 10,06
Ab 01. Oktober 2013 14,27 13,54 12,08 9,88
Monatliche Basisdegression von November bis Januar 2014: 1.4%. Daraus ergibt sich:
Ab 01. November 2013 14,07 13,35 11,91 9,74
Ab 01. Dezember 2013 13,88 13,17 11,74 9,61
Ab 01. Januar 2014 13,68 12,98 11,58 9,47
Monatliche Basisdegression von Februar bis April 2014: 1.0%. Daraus ergibt sich:
Ab 01. Februar 2014 13,55 12,85 11,46 9,38
Ab 01. März 2014 13,41 12,72 11,35 9,28
Ab 01. April 2014 13,28 12,60 11,23 9,19
Monatliche Basisdegression von Mai bis Juli 2014: 1.0%. Daraus ergibt sich:
Ab 01. Mai 2014 13,14 12,47 11,12 9,1
Ab 01. Juni 2014 13,01 12,34 11,01 9,01
Ab 01. Juli 2014 12,88 12,22 10,90 8,92
Monatliche Basisdegression von August bis September 2014: 0,5%. Daraus ergibt sich:
Neu ab 01. August 2014: Feste EEG Einspeisevergütung nur für Anlagen bis max. 500kWp 

Freiland oder Nichtwohngebäude bis 500kWp

Ab 01. August 2014 12,75 12,40 11,09 8,83
Ab 01. September 2014 12,69 12,34 11,03 8,79
Monatliche Basisdegression ab Oktober 2014: 0,25%. Daraus ergibt sich:
Ab 01. Oktober 2014 12,65 12,31 11,01 8,76
Ab 01. November 2014 12,62 12,28 10,98 8,74
Ab 01. Dezember 2014 12,59 12,25 10,95 8,72
Ab 01. Januar 2015 12,56 12,22 10,92 8,70
Ab 01. Februar 2015 12,53 12,18 10,90 8,68
Ab 01. März 2015 12,50 12,15 10,87 8,65

Vergütungsfähiger Anteil  (*) 

Für Neuanlagen ab 01.08.2014

EEG Umlage ab 01.08.2014 für Eigenverbrauch zu entrichten: 

100%

100%

Nein

90%

100%

Ja

90%

100%

Ja

100%

100%

Ja

70% vs. 100% EinsMan - Entscheidungshilfe